Wie funktioniert eine gesunde Blase?

Die Blase hat die Aufgabe, den Harn zu sammeln und unter willkürlicher Kontrolle zu entleeren. Diese zwei gegensätzlichen Funktionen werden dadurch ermöglicht, dass Harnblase, Harnröhre und Schließmuskel-Beckenbodenmuskulatur eine funktionelle Einheit bilden und durch verschiedene Nervensysteme gesteuert werden. Der gesunde Blasenmuskel verhält sich in der Speicherphase völlig ruhig, erst ab einer gewissen Füllmenge der Blase verspüren wir Harndrang (durchschnittlich nach 2-3 Stunden bzw. bei 350ml beim Erwachsenen). Ist die Blase stark gefüllt (350-500ml), gestattet man der Blase, sich entspannt zu entleeren. Nach der Blasenentleerung ist die Blase tatsächlich leer, das heißt, es bleibt kein Restharn zurück. Nach der Entleerung beginnt wieder die Sammelperiode, während der wir die Blase über Stunden nicht spüren. Ein Video zu den Blasenfunktionen finden Sie hier.

Die weibliche BlaseQuelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Harnblase
Anatomische Darstellung: Die weibliche und die männliche Blase.

Welche Formen der Blasenschwäche gibt es?

  • Die überaktive Blase (Dranginkontinenz)
  • Belastungsinkontinenz (Harnröhrenverschlussschwäche)
  • Die Mischharninkontinenz
  • Blasenmuskelschwäche mit Restharn (Überlaufinkontinenz)
  • Chronisches Schmerzsyndrom der Blase bzw. des kleinen Beckens (Interstitielle Cystitis)
    Neben den Symptomen der überaktiven Blase mit häufigem starkem Harndrang sowie oftmaligem nächtlichem Wasserlassen bestehen hier zusätzlich Schmerzen im Blasen- und Harnröhrenbereich bzw. mit Ausstrahlung in das kleine Becken. Häufig ist in dieser Situation eine Verkrampfung der quergestreiften Beckenbodenmuskulatur feststellbar, die diese Schmerzsituation verstärkt. Als Ursache kommen dafür u. a. Blasenschleimhautveränderungen in Frage.
  • Weitere Informationen zu Formen der Inkontinenz finden Sie hier.