Diagnose

Odyssee von Arzt zu Arzt

IC ist eine schleichende Krankheit. Meist wird sie erst sehr spät festgestellt. Die Hoffnungen der Patienten/innen werden auf ihrer Odyssee von Arzt zu Arzt fast aufgerieben und viele verzweifeln oder erfahren gar nicht, woran sie eigentlich leiden.

Es herrscht die vordringliche Meinung, dass die Erkrankung von der Blase auf andere Körperteile ausstrahlt oder übergeht. Neueste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass es sich um eine Schleimhauterkrankung im ganzen Körper handeln könnte, die in der Blase besonders stark zum Vorschein kommt.

Man hat bei IC-Patienten/innen Besonderheiten in der DNA-Struktur festgestellt und vermutet Bakterien im Blut, die als Verursacher in Frage kommen könnten.

Schwierige Diagnose

Die meisten IC-Patienten/innen haben Schwierigkeiten, überhaupt eine Diagnose zu erhalten. Der/die Urologe/in bzw. Gynäkologe/in muss vorerst feststellen, ob es sich um eine bakterielle Infektion handelt und dann andere Krankheiten mit ähnlichen Symptomen in Betracht ziehen. Das können Blasenkrebs, Nierenerkrankungen, Tuberkolose, Vaginalinfektionen, Sexualerkrankungen, Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut, Nierenbeckenentzündungen oder Nervenerkrankungen sein.

  • Eine Cystoskopie wird erforderlich, wenn keine Infektion vorliegt und auch andere Ursachen ausgeschlossen werden können. Die Cystoskopie während einer Routineuntersuchung wird allerdings kaum charakteristische Merkmale von IC erkennen lassen. Dazu ist es erforderlich, unter Vollnarkose die Blase zu dehnen (zu füllen), um die stecknadelkopfgroßen Blutungen (Risse der Schleimhaut) in der Blasenwand sehen zu können. Das sind zur Zeit die definitiven Kennzeichen der Krankheit. Um Krebs auszuschließen kann auch eine Gewebeuntersuchung erforderlich sein.

  • Eine Biopsie der Blasenwand ist sinnvoll, um einerseits andere Erkrankungen wie z. B. Blasenkrebs auszuschließen und andererseits die Diagnose „Interstitielle Cystitis“ zu sichern. Der Pathologe muss den Auftrag erhalten, das Gewebe mit Blick auf eine IC zu untersuchen, da hierbei ein spezielles Verfahren angewendet werden muss (Giemsa-Färbung S-100-Immunhisto-chemie). Ab einem gewissen Stadium ist die IC pathologisch einwandfrei nachzuweisen. Im Frühstadium der IC ist in der Regel noch keine Gewebsveränderung zu erkennen. Die IC ist nicht mit Blasenkrebs assoziiert.